Dünnringlager sind Kugellager mit einem sehr dünnen Innen- und Außenring sowie einem schmalen Querschnitt im Verhältnis zur Bohrung. Dieses kompakte Design macht sie ideal für Anwendungen mit begrenztem Bauraum, ohne dass Präzision oder Zuverlässigkeit beeinträchtigt werden. Trotz ihrer schlanken Bauweise können Dünnringlager hohe Drehzahlen erreichen und bieten eine ausgezeichnete Laufgenauigkeit, allerdings sind die statischen und dynamischen Tragzahlen aufgrund der kompakten Konstruktion geringer.
Das wichtigste Merkmal von Dünnringlagern ist das Verhältnis zwischen Innen-, Außen- und Breite: Die Breite und Ringstärke bleiben innerhalb einer Serie bei unterschiedlichen Bohrungsgrößen gleich. Dies ermöglicht es Ingenieuren, kompakte Konstruktionen mit konsistenten Abmessungen zu realisieren.
Im Vergleich zu Standard-Rillenkugellagern besitzen Dünnringlager die gleichen mechanischen Komponenten wie Laufbahnen, Kugeln, Käfig sowie Innen- und Außenring, sind jedoch deutlich dünner und leichter. Dadurch eignen sie sich besonders für schnell bewegte Systeme oder Präzisionsanwendungen. Aufgrund der schlankeren Ringe ist die radiale Belastbarkeit jedoch in der Regel geringer.
Miniaturkugellager und Dünnringlager ähneln sich in ihrer kompakten Bauweise, unterscheiden sich jedoch grundsätzlich:
Miniaturkugellager sind absolut klein dimensioniert: Sie haben eine kleine Bohrung (oft unter 10 mm) und werden in sehr kleinen mechanischen Systemen eingesetzt, wie z. B. in Dentalgeräten, Drohnen, Modellbau und Präzisionsinstrumenten.
Dünnringlager hingegen haben Standardbohrungsgrößen, vergleichbar mit Rillenkugellagern. Der Unterschied liegt in den dünnen Ringen und dem schmalen Querschnitt. Dadurch können Dünnringlager große Innendurchmesser haben und dennoch schlank und leicht bleiben. Dies macht sie ideal für große, aber gewichts- und platzkritische Konstruktionen wie Roboterarme, Satellitenschüsseln, medizinische CT-Scanner und High-Speed-Pick-and-Place-Maschinen.
Dünnringlager werden in zahlreichen Branchen eingesetzt, darunter Robotik, Medizintechnik, Messtechnik, Halbleiterfertigung, Luft- und Raumfahrt, Verpackungsmaschinen und High-Speed-Automatisierungssysteme.
Die Auswahl eines geeigneten Dünnringlagers erfolgt auf Basis der Belastungsdaten sowie des verfügbaren Bauraums. Wichtige Parameter sind unter anderem:
Radiale Belastung – Kräfte senkrecht zur Welle.
Axiale Belastung – Kräfte entlang der Welle.
Kombinierte Belastung – gleichzeitige radiale und axiale Kräfte.
Dynamische Belastung – wechselnde Kräfte während der Rotation.
Statische Belastung – Belastung im Stillstand.
Drehzahl – maximale Rotationsgeschwindigkeit in Umdrehungen pro Minute (rpm).
Belastungsdauer und -frequenz – wie lange und wie oft das Lager belastet wird.
Auch die Umgebungsbedingungen spielen eine wichtige Rolle: Hohe Temperaturen, Feuchtigkeit, Staub oder chemische Einflüsse beeinflussen die Wahl von Material und Dichtung. In aggressiven oder feuchten Umgebungen kann beispielsweise Edelstahl die bessere Wahl gegenüber Standard-Chromstahl sein.
Die Kennzeichnungen geben Auskunft über Abmessungen, Lagerkonstruktion, Dichtung und Lagerluft. Die häufigsten Serien sind:
67-Serie → 617(00)-Serie – extra dünne Ausführung für extrem kompakte Konstruktionen.
68-Serie → 618(00)-Serie – dünne Ausführung mit gutem Verhältnis zwischen Festigkeit und Kompaktheit.
69-Serie → 619(00)-Serie – Standard-Dünnringlager mit höherer Belastbarkeit bei weiterhin geringer Ringstärke.
Dünnringlager können sowohl mit Wellenpassungen als auch mit Presspassungen eingesetzt werden, jedoch ist aufgrund der dünnen Ringe eine sorgfältige Auslegung erforderlich. Im Gegensatz zu Rillenkugellagern mit dickeren Ringen, die weniger anfällig für Verformungen sind, können bei Dünnringlagern zu straffe Presspassungen zu Verformungen der Laufbahnen führen. Dies beeinträchtigt die Laufruhe, erhöht die Reibung und verkürzt die Lebensdauer.
Für Dünnringlager empfehlen wir:
Innenring auf der Welle – leichte Presspassung bei hohen Drehzahlen oder wechselnden Belastungen, ansonsten meist Klemm- oder Spielpassung bei geringer Belastung.
Außenring im Gehäuse – Übergangspassung (leicht klemmend) oder Spielpassung, um Verformungen zu vermeiden.
C3/C4-Lagerluft – bei Presspassungen oder höheren Temperaturen, um ausreichend interne Lagerspiel nach der Montage zu gewährleisten.
Wenn eine stärkere Presspassung erforderlich ist, etwa bei hohen Belastungen oder extremen Betriebsbedingungen, ist ein Rillenkugellager häufig die bessere Wahl. Dieses verfügt über dickere Ringe und kann ohne Verformungsrisiko straffer montiert werden.
Die Wahl der Lager Dichtung bestimmt Schutzgrad, Wartungsintervall und maximale Drehzahl.
Offene Ausführung – keine Dichtung, geeignet für hohe Drehzahlen und Zentralschmierung in sauberen Umgebungen.
ZZ (Metallschild) – Schutz gegen Staub und groben Schmutz, geringe Reibung, wartungsfrei bis zum Lebensende.
2RS (Gummidichtung) – schützt vor Staub, Feuchtigkeit und feinen Verunreinigungen, ideal für anspruchsvolle Umgebungen, mit leicht erhöhter Reibung bei hohen Drehzahlen.
Dünnringlager sind aufgrund ihres leichten und schlanken Designs für sehr hohe Drehzahlen und schnelle Beschleunigungen geeignet. Die geringe Masse reduziert die Belastung auf Antriebe und Lagersitze. Gleichzeitig ermöglichen sie kompakte Gehäusekonstruktionen ohne Einbußen bei der Präzision.
Der wichtigste Unterschied zu Rillenkugellagern besteht darin, dass Dünnringlager speziell für Gewichts- und Platzersparnis in Präzisionssystemen entwickelt wurden, während Rillenkugellager breiter einsetzbar sind und höhere radiale Belastungen aufnehmen können.
Platzsparend – ideal bei begrenztem Bauraum.
Geringes Gewicht – reduzierte Trägheit für schnellere Reaktion.
Konstanter Querschnitt – erleichtert Konstruktion und Montage.
Hohe Präzision – geeignet für anspruchsvolle Anwendungen.
Hohe Drehzahlen – geringe Reibung und hochwertige Verarbeitung.
Vielseitig einsetzbar – von Hightech-Instrumenten bis zur industriellen Automatisierung.
Interlager liefert ein breites Sortiment an Dünnringlagern direkt ab großem Lagerbestand. Wir führen ausschließlich Qualitätsmarken, geeignet sowohl für Standardanwendungen als auch für anspruchsvolle Hightech-Umgebungen. Unsere technischen Spezialisten beraten Sie gerne bei der optimalen Lagerauswahl basierend auf Belastung, Drehzahl, Dichtung und Umgebungsbedingungen.
Kontaktieren Sie uns über info@interlager.de oder +31 (0)26 383 5988 für persönliche Beratung und schnelle Lieferung.
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